Sozialraumorientierte Arbeit

Integration findet vor Ort statt in der Gestaltung des alltäglichen Lebens. Menschen wohnen und arbeiten in Sozialräumen, im Gemeinwesen, im Stadtteil, im Quartier. Hier leben sie, pflegen ihre Freundeskreise, gestalten ihre Freizeit, erledigen ihre Alltagsgeschäfte und begegnen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die räumliche Konzentration von verschiedenen Problemlagen und strukturellen Defiziten vor allem in einwohnerstarken, hochverdichteten Stadtteilen/ Wohnvierteln kann jedoch das Zusammenleben belasten und zu Destabilisierungsprozessen führen, die sich auf alle Bewohner - Einheimische wie Migranten gleichermaßen – auswirken. Die Menschen in diesen Sozialräumen sind in ihrer schwierigen sozialen Situation oft damit überfordert, sich mit ihren Nachbarn auseinander zu setzen. Auch wenn Konflikte nur selten offen ausgetragen werden, drücken sich Spannungen im negativen sozialen Klima des Stadtteils/ Wohnviertels aus. Begegnung und Kommunikation sind jedoch wichtige Voraussetzungen für eine gelingende Integration.

Die Integrationsagenturen ermöglichen und gestalten sozialraumorientierte Arbeit mit dem Ziel eines gleichberechtigten und gewaltfreien von Respekt und gegenseitiger Akzeptanz getragenen Zusammenlebens. Zielgruppen der Arbeit sind Neuzuwanderer und Einheimische mit und ohne Migrationshintergrund. Auch im Hinblick auf ein Leben in Vielfalt werden Lern- und Partizipationsprozesse durch eine sozialräumliche Arbeit möglich.

Was machen die Integrationsagenturen?

Aufgaben der Integrationsagenturen im Rahmen der Sozialraumorientierung sind:

  • Das Feststellen und Beschreiben von Bedarfen im Sozialraum durch die Erarbeitung einer Sozialraumanalyse.
  • Die systematische Konzipierung von sozialraumorientierten Leistungen und Angeboten unter Einbezug der Menschen im Sozialraum.
  • Kooperation mit den im Sozialraum agierenden Institutionen, Migrantenselbstorganisationen, Netzwerken und Projekten zur Ergänzung der vorhandenen Angebote.

Oft übernehmen Integrationsagenturen eine Brückenfunktion zwischen vorhandenen Angeboten und Gruppen im Wohnviertel. Dies kann die Durchführung eines Konfliktmanagements und einer Mediation erforderlich machen, um die Kommunikation zwischen den BewohnerInnen eines Sozialraums und den sozialen, kulturellen, und ökonomischen Institutionen vor Ort zu verbessern. Das Heranführen von weitgehend isoliert und ausgegrenzten Gruppen an bestehende Angebote gehört ebenso zu den Aufgaben.