Antidiskriminierungsarbeit

Die Freie Wohlfahrt versteht unter Diskriminierung jede Form von Benachteiligung, Nichtbeachtung, Geringschätzung, Herabsetzung, Ausschluss oder nicht gerechtfertigter Ungleichbehandlung von einzelnen Menschen oder Gruppen. Dadurch werden diese in ihren individuellen Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt. Diskriminierung wird in ihren individuellen, strukturellen und institutionellen Ausformungen - unter anderem aus Gründen der Herkunft, der Religion, der Weltanschauung, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung oder des Aussehens - erlebt. Sie findet statt in vielen zentralen Lebensbereichen wie Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung, politisch-gesellschaftlicher Partizipation und Wohnen.

Unter individueller Diskriminierung sind beispielsweise auf Vorurteilen beruhende ausgrenzende Verhaltensweisen durch einzelne Personen zu verstehen. Auf der strukturellen, institutionellen Ebene wird Diskriminierung durch Regeln, Normen, und Verhaltensmuster von Diensten und Einrichtungen ermöglicht und praktiziert.

Ziel der Arbeit der Integrationsagenturen in diesem Eckpunkt ist die Bewusstmachung, die Vermeidung, Vorbeugung und der Abbau von Diskriminierung. Dazu gehört auch, Betroffenen die Wahrnehmung ihrer Rechte zu ermöglichen. Nur so kann eine gleichberechtigte Teilhabe aller Mitglieder der Gesellschaft durch die Wahrnehmung von bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Rechten und Pflichten erreicht werden.

Was machen die Integrationsagenturen?

Bildungsarbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen und Antidiskriminierungsarbeit im Rahmen von sozialraumorientierter Arbeit (siehe Aufgabenfeld 2) gehören ebenso zu ihren Aufgaben wie Fortbildungen und Sensibilisierungsveranstaltungen beispielsweise in Verwaltungen, an Schulen oder bei der Polizei. Darüber hinaus unterstützen die Integrationsagenturen Dienste, Einrichtungen, Behörden, Ausbildungsstätten und Verbände bei der Entwicklung und Umsetzung von Antidiskriminierungskonzepten. Fünf Integrationsagenturen sind als „Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit“ tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Beratung von Menschen, die Opfer von individueller und struktureller Diskriminierung geworden sind. Die Servicestellen unterhalten eine gemeinsame Internetseite mit umfangreichen Informationen zum Thema Diskriminierung: www.nrwgegendiskriminierung.de